Ich sagte „Ja“ – Faramarz Sorkhi aus unserer Gemeinde über seinen Glaubensweg

Mein Name ist Faramarz Sorkhi. Geboren bin ich im Nordiran. Ich war nie ein besonders religiöser Mensch. Den Islam habe ich als eine Religion erlebt, in der es viel Angst gibt. Ich habe viele Muslime kennengelernt, die nur fasten und beten, weil sie Angst haben, ansonsten von Allah bestraft zu werden. Aber natürlich habe ich meine Zweifel gegenüber dem Islam niemand erzählt. Denn das wäre gefährlich gewesen.
2015 lernte ich einen Mann kennen, der Christ geworden war. Zu ihm fasst ich Vertrauen und erzählte ihm, dass ich kein Muslim mehr sei. Er fand das mutig und hat mich gefragt, ob ich Interesse am christlichen Glauben hätte. Ich sagte „Ja“ und er hat mich in seine kleine Hauskirche mitgenommen. Auf dem Weg dorthin im Auto sagte er, dass Jesus Christus an unserer Seite sei und ich keine Angst zu haben brauche. In der Hauskirche war eine Gruppe von Menschen, die sich über Gott und den Glauben ausgetauscht haben. Ich war natürlich erstmal still und habe nur zugehört, was die anderen gesagt haben. Ein Satz hat mich besonders beeindruckt: „Wir haben keine Angst vor Gott, denn wir leben mit Gott. Wenn jemand an Jesus glaubt, ist er frei und rein von Sünden.“
Das alles weckte mein Interesse. Ich wollte mehr wissen und hatte einen guten Eindruck. Von meinem neuen Freund habe ich eine Zeitschrift erhalten („Nedaye Mohabat“, d.h. „Gottes Liebe erhalten“). Sie war von der Gruppe heimlich erstellt worden. Ich habe mich dann immer mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt. Besonders wichtig wurden für mich die Kapitel 5,6 und 7 des Römerbriefs. Sie waren Lichter auf meinem Weg. Etwas hat mich besonders berührt: Gott wurde Mensch für uns und hat sich für unsere Sünden geopfert.
2015 hat mich dann auch die Sittenpolizei namens Darwischi angesprochen. Sie sagte, sie wüssten, dass ich die Hauskirche besuche. Und weiter meinten sie, dass sie nur darauf warteten, mich mit dem Todesurteil zu bestrafen. Daraufhin habe ich meiner Frau informiert wir sind Ende September durch viele Länder nach Deutschland geflüchtet. Während dieser Flucht hat sich meine Frau auch für Jesus Christus entschieden. Zuerst waren wir für fünf Monate in einem Flüchtlingsheim in Hildesheim untergebracht. Später sind wir nach Osterode am Harz umgezogen, wo wir heute auch noch wohnen. Seitdem besuchen wir dort auch die Freie evangelische Gemeinde. Im November 2016 sind wir dort getauft worden. Hier sind wir Mitglieder und gehören auch zum Diakonenkreis der Gemeinde. Die Gemeinde ist für uns eine zweite Familie geworden. Jesus Christus hat unser Leben verändert. Wir haben keine Angst mehr vor Gott, sondern wissen, dass er uns liebt. Darum beten wir zu ihm. Und wir versuchen so zu leben, wie Jesus gelebt hat.

Faramarz Sorki Majidi